Mein Name ist Alena Meißner. Ich unterrichte Hauswirtschaft an einer Berufsschule und arbeite dort mit Jugendlichen in der Lehrküche. In diesem Blog schreibe ich über diese Arbeit – und über das, was in meiner eigenen Küche entsteht. Beides gehört für mich zusammen.
Gekocht habe ich immer. Erst zu Hause, später auch im Unterricht. Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie sehr sich diese beiden Küchen gegenseitig beeinflussen. Was ich unterrichte, kommt oft aus meinem Alltag. Und vieles von dem, was ich heute zu Hause koche, ist durch die Arbeit in der Lehrküche klarer und ruhiger geworden.
Die Jugendlichen, mit denen ich arbeite, werden keine Köchinnen oder Köche. Sie machen eine Ausbildung zu Sozialassistentinnen und Sozialassistenten und bringen sehr unterschiedliche Erfahrungen mit. Manche kochen regelmäßig, andere stehen zum ersten Mal selbstständig am Herd. Entsprechend darf man hier keine gehobene Gastronomie erwarten. Im Mittelpunkt stehen einfache Gerichte, gemeinsames Arbeiten, das Kennenlernen von Zutaten – und für viele auch ein Blick über den eigenen Tellerrand.
In der Lehrküche zeigt sich schnell, was funktioniert. Rezepte müssen verständlich sein, Abläufe verlässlich, Ergebnisse wiederholbar. Ungenauigkeiten fallen sofort auf. Gleichzeitig lerne ich von den Jugendlichen, genauer hinzusehen, Dinge zu erklären, die mir selbst lange selbstverständlich waren. Das verändert auch mein eigenes Kochen – es wird bewusster, oft einfacher und am Ende besser.
Unsere Gerichte müssen vor allem schnell und unkompliziert sein. Gleichzeitig spielt für mich gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Wir kochen überwiegend vegetarisch, manchmal auch vegan. Das sorgt anfangs nicht selten für Skepsis. Am Ende des Schuljahres ist das Thema meist erledigt – fast niemandem hat das Fleisch wirklich gefehlt.
Inspiration finde ich an ganz unterschiedlichen Orten: in Küchen der Welt ebenso wie in historischen Kochbüchern. Beides erweitert den Blick – fremde Gewürze und Techniken genauso wie alte Rezepte, andere Selbstverständlichkeiten oder vergessene Handgriffe. Nicht alles lässt sich übernehmen, vieles wird angepasst. Aber genau daraus entsteht Neues.
Auch aus meiner eigenen Küche wird es hier immer wieder etwas zu berichten geben. Nur wenn ich selbst ausprobiere, variiere und manchmal auch verwerfe, kann ich diese Erfahrungen weitergeben. Und ganz ehrlich: Gerade dieses Ausprobieren macht den größten Spaß.
Dieser Blog ist ein Ort zum Sammeln, Nachdenken und Weiterentwickeln. Eine Verbindung zwischen Zuhause und Lehrküche, zwischen Erfahrung und Vermittlung. Vielleicht entsteht daraus einmal ein Kochbuch. Vielleicht bleibt es einfach ein Arbeitsraum. In jedem Fall geht es mir um eine Küche, die nicht laut sein muss, um zu überzeugen – sondern im Alltag funktioniert.
